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25 Jahre Deutsche Einheit

Berka/Werra, den 23.10.2015

25 Jahre Deutsche Einheit von Hans-Karl Gliem

 

Den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung feierten die ehemals grenznahen Gemeinden Wildeck, Gerstungen, Dankmarshausen, Dippach, Großensee und die Stadt Berka/Werra vom 2. bis 4. Oktober gemeinsam feiern. Höhepunkt der Veranstaltungs-reihe, die unter dem Motto:“ Wunder der Einheit“ standen, war der Festakt am Samstag, 3. Oktober 2015 in der Mehrzweckhalle Wildeck-Bosserode.

In der festlich geschmückten Mehrzweckhalle in Wildeck-Bosserode und vor zahlreichen Bürgern von rechts und links der Werra begrüßte Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Schulwesen. „Wir feiern eine Sternstunde deutscher Geschichte, eine friedliche Überwindung einer Grenze, die Europa in zwei Teile getrennt hat“, so Wirth.

Als erster Festredner folgte Dr.-Ing. Michael Militzer (Vorstandsvorsitzender der MITEC AG). In seinen sehr persönlichen und eindringenden Worten schilderte er Ausführungen aus seinem Lebenswerk und gab den Gästen so manchen Ratschlag mit auf den Weg, wie z.B.: „Wenn du 10 Mio. Schulden hast, bist du ein gemachter Mann. Weil Leute dir vertrauen, dass du es zurückzahlen kannst.“ Auch nahm er zur aktuellen Flüchtlingssituation Stellung: „Wir sollten sie reinlassen, integrieren und ihnen eine Chance geben, dann werden wir erleben, wie wir davon profitieren.“

Im Anschluss sprach Martina Werner (Mitglied des Europäischen Parlaments) zu den Gästen. Ihre Hauptthemen waren die aktuellen politischen Aufgaben und die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Sie lobte den offenherzigen Umgang mit den Asylsuchenden, sodass nur wenig fremdenfeindliche Stimmung im Lande aufkommt. Natürlich war auch die Deutsche Einheit ein Thema ihrer Ausführungen. „Die Leistung der Menschen war in der Zeit der friedlichen Revolution in der ganzen damaligen DDR großartig. Dies wird in die Geschichte eingehen.“

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte Schülerinnen und Schüler der Blumensteinschule Wildeck-Obersuhl.

In seinen Schlussworten bedankte sich Bürgermeister Alexander Wirt bei allen, die einen Beitrag zum Gelingen dieser großartigen Veranstaltungen beigetragen haben.

 

Nach dem offiziellen Teil der Festveranstaltung waren alle Bürger von rechts und links der Werra zu einem Bürgerfest auf der Freifläche der Mehrzweckhalle eingeladen. Neben Kaffee und Kuchen, Grillgut und Getränken gab es für die Kinder jede Menge Möglichkeiten zum Spielen. Besonders gut fanden die Kids die Ministapel, die von dem Unternehmen Lindig in Eisenach kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Die Obersuhler Blasmusik und die Eisenbahnerkapelle Gerstungen sorgten für die musikalische Unterhaltung.

Um 17.00 Uhr führten 17 Kinder der Kindertagesstätten aus Bosserode und Dankmarshausen ein grenzüberschreitendes Theaterstück auf. In diesem ging es kindgerecht um 2 Familien, die durch die Grenze getrennt wurden, in unterschiedlichen Welten aufwuchsen und 1989 wieder zusammen fanden. Die Kinder mit ihren Kindergärtnerinnen bekamen viel Beifall und Anerkennung für die Aufführung.

Gegen 20.00 Uhr warteten noch über 400 Besucher auf das große Feuerwerk. Es war der Abschluss eines ereignisreichen Tages aber mit den Erkenntnissen, dass viele Bürger aus den grenznahen Ortschaften beider Seiten immer noch an die Geschehnisse in der Wendezeitzeit zurück denken. Aus den Gesprächen konnte man heraushören: „Deutschland hat die Wiedervereinigung gut gemeistert, auch wenn bisher nicht alles perfekt ist!“

        

Ehrengäste und Mitglieder der AG „25 Jahre Deutsche Einheit“ beim Festakt:                                  v.l. Bürgermeister Manfred Stein (Dankmarshausen), Bürgermeister Jochen Hohmann (Dippach), Ortsvorsteher Heinrich Meier (Hönebach), Bürgermeister Dieter Platzdasch (Großensee), Bürgermeister Werner Hartung (Gerstungen), Ortsvorsteher Armin Körzell (Wildeck-Bosserode), Kreisbeigeordnete Hersfeld, Helmut Miska, Bürgermeister Alexander Wirth (Wildeck), Europaparlamentsabgeordnete Martine Werner (Niestetal), Ortsvorsteher Michael Kaufmann (Obersuhl), Bürgermeister Rene Weisheit (Stadt Berka/Werra), Landtagsabgeordnete Dieter Franz (Wehretal) und Alt-Ortsvorsteher Walter Gliem (Obersuhl).

 

Ökumenischer Festgottesdienst am 3. Oktober 2015 in der Mehrzweckhalle Wildeck-Bosserode

Einen ökumenischen Gottesdienst der besonderen Art konnten die zahlreichen Gottes-dienstbesucher am Samstag, 03.10.2015 in der Mehrzweckhalle miterleben. In Zu-sammenarbeit gestalteten die Pfarrer aus Hessen und Thüringen rechts und links der Werra einen Festgottesdienst anlässlich der Fest- und Gedenkwoche „25 Jahre Deutsche Einheit“ der Kommunen Gerstungen, Wildeck, Berka/W., Dankmarshausen, Dippach und Großensee.

Die Festpredigt hielt Prälatin Marita Natt, evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Gebete von Pfarrern und Sprechern aus Hessen und Thüringen umrahmten den Gottesdienst und machten ihn zu einem Festgottesdienst der besonderen Art. Von den  Interviews mit einem Ehepaar „Ost West“, von 2 ehemaligen Schülern  und zwei aktiven Schülerinnen des Phillip-Melanchthon Gymnasium aus Gerstungen waren die zahlreichen Gottesdienstbesucher aus Hessen und Thüringen übermannt und applaudierten. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch einen gemeinsamen Chor aus den verschiedenen Kirchenchören der beteiligten Kommunen unter der Leitung von Birgit Heichel und dem Posaunenchor unter der Leitung von Thorsten Gräf aus Wildeck-Obersuhl mit ihrem ausgesuchten Liedergut. Nach dem Segen durch Prälatin Marita Natt wurden Tauben als Symbol des Friedens auf dem Freigelände der Mehrzweckhalle aufgelassen. Anschließend hatten die Gottedienstbesucher die Möglichkeit eine warme Suppe zu sich zu nehmen, die vom Roten Kreuz Wildeck-Bosserode gereicht wurde.

 

Geführte Wanderung Grenzlehrpfad

Der Wildecker Geschichtsverein hat anlässlich der Fest- und Gedenkveranstaltungen zu einer geführten Grenzwanderung entlang des ca. 800m langen Grenzlehrpfades in Wildeck-Obersuhl für Sonntag, 4. Oktober 2015 eingeladen. Über 50 Bürger von rechts und links der Werra sind dieser Einladung gefolgt. Karl Schöppner und Hans-Karl Gliem aus Obersuhl begrüßten die Teilnehmer und erläuterten anschließend anhand der acht Informationstafeln die Situation an der innerdeutschen Grenze von 1945 zur hin zur Grenzöffnung 1989. So ging es beispielsweise um Grenztote, die geschichtliche Entwicklung der Grenze, um die Unmenschlichkeit dieser Grenze und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen auf beiden Seiten und um den Auf- und Ausbau der Grenzsperranlagen. Die Teilnehmer hörten aufmerksam zu, als die Führer von den vielen besonderen Vorkommnissen berichteten, die ihren Ursprung beiderseits der Grenze hatten – waren sie doch bei einigen selbst als Zeitzeugen dabei. Der Schwerpunkt ihrer Erläuterungen lag jedoch auf die besondere Grenzsituation mit Schwerpunkt Wildeck und den angrenzenden Kommunen auf DDR-Gebiet. „Ihr seit alle Zeitzeugen, denn ihr habt ja mit und an der Grenze gelebt“, sagte Hans-Karl Gliem zu den Teilnehmern. Ganz besonders Interessant fanden die Teilnehmer die Besichtigung der Grenzsperranlagen wie Metallgitterzaun, Beobachtungsbunker und Beobachtungsturm. Die Zeitzeugen aus „Ost und West“ Horst Nacke, Wilfried Rösing und Fritz Schäfer bereicherten mit ihren Berichten die Wanderung. Zum Abschluss standen Horst Schaub und Silvio Liebchen, auch Zeitzeugen, den Besuchern Rede und Antwort.

 

Fotoserien zu der Meldung


25 Jahre Deutsche Einheit (23.10.2015)